Einen Schlüssel zum Himmel?
Wie die Primeln zu ihrem schönen Namen kamen.
Wer kennt sie nicht die kleinen gelben Frühblüher, die im Sprachgebrauch Schlüsselblumen oder Himmelsschlüssel genannt werden? Gemeint sind die beiden wildlebenden Primel-Arten: die Gemeine Schlüsselblume (Primula veris) und die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior). Auf den ersten Blick ähneln weder ihre Blüten, Blätter noch Gestalt einem Schlüssel.
„Petrus schließt den Himmel zu,
SCHLAGER VON M. WERNER-KERSTEN, VOR 1920
Alle Englein geh’n zur Ruh‘
Nur der alte Petrus wacht, …“
Die Geschichte vom schusseligen Heiligen
Die volkstümliche Bezeichnung Himmelsschlüssel steht in enger Verknüpfung mit der Figur des Apostels Petrus. Am Tage des Jüngsten Gerichts, so die biblische Verkündigung, soll er die Himmel aufschliessen. Bis dahin steht er am Himmelstor und hat die Schlüssel dafür. Ihm, dem heiligen Petrus, sollen aus Versehen die Schlüssel auf die Erde gefallen sein. Der Legende nach verwandelten sie sich dann in die zarten gelben Schlüsselblumen.

Die Figur des Heiligen Petrus ist in der bildenden Kunst stets mit Schlüsseln ausgestatttet.
Verblüffende Ähnlichkeiten vorhanden
Schlüssel, meist golden, sind die Attribute des Apostels Petrus. So wird er in der bildenden Kunst dargestellt. Sie sind sein Erkennungs- und Markenzeichen. Selten steht der Heilige Petrus alleine. Meist ist ihm auf Bildern oder in Stein gemeisselt der Apostel Paulus an die Seite gestellt. Beide sind recht leicht auseinander zu halten. Paulus hat meist ein Buch in der Hand. Die Schlüssel sind in Petrus‘ Hand. Meist handelt es sich um grosse und dekorative Schlüssel. Der Schlüsselkopf erinnert in seiner Gestalt oft an eine Blume. Dazu kommt dann der lange Schlüsselhals. Wen verwundert’s, wenn Betrachter Ähnlichkeiten mit der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) ausmachen?
