Orto Botanico di Palermo
Der botanische Garten in Palermo
Die Besuchermeinungen auf Tripadvisor gehen weit auseinander. Sie reichen von Enttäuschung bis zur totalen Begeisterung. In einem Punkt allerdings sind sich alle einig. Es ist ein ruhiger Ort im Kontrast zum strudeligen Gewusel auf Palermos Märkten und in den Strassen. Wer einen gepflegten nach akademischen Massstäben angelegten Garten erwartet, wird den gezahlten Eintrittspreis bereuen, und ihn möglicherweise in nicht verspeiste Pizzen oder Eisportionen umrechnen. Dabei passt Palermos botanischer Garten perfekt zur Stadt. Er gibt dem Besucher die Möglichkeit, einen der für Palermo so typischen Gärten zu betreten. Die meisten der vielen dichten grünen Gärten mit hohem Baumbeständen bleiben unerreichbar hinter kunstvollen dicken Eisengittern verborgen. Sie befinden sich in Privatbesitz.





Der Orto botanico di Palermo ist ein Teil dieser so beeindruckenden Stadt, mit den prächtigen und ausgefallenen Kulissen für das Stück, das Leben heisst. Selbst das merkantile Treiben setzt sich innerhalb der Umzäunung des Gartens fort. Gerade Alleen mit eindrucksvollen Bäumen durchziehen den Garten mit seiner cirka 10 Hektar grossen Fläche. Moose und Farne bedecken den Boden der zuweilen vernachlässigten und nahezu verwilderten Areale, die sich dann wieder zu kleinen angelegten Plätzen mit Brunnen oder Bänken öffnen. Einen kleinen den Heilkräutern gewidmeten Bereich gibt es zu entdecken wie eine Abteilung der für Sizilien bedeutsamen Zitrusbäume. Natürlich sind Sukkulenten ein Thema. Pflanz- und Treibhäuser gleichen Wandelhallen mit verspielten und teilweise geschmacklosen Gestaltungselementen ähnlich wie in Baumärkten. Kaum hat sich das Auge davon erholt, bietet sich das nächste malerische Motiv im Schattenspiel der hohen Baumkronen.








Auf einigen Websites wird fäschlicherweise behauptet, der Orto Botanico di Palermo sei der älteste botanische Garten Europas. Er wurde wohl im Jahre 1779 gegründet und ist damit mehr als 230 Jahre jünger als der Orto Botanico di Padova. Man sieht ihm das nicht unbedingt an, aber seine Anlage ist eindeutig vom Klassizismus geprägt. Goethe war hier und suchte seinen Aufzeichnungen nach die Urpflanze. Hätte er sie gefunden, wir wüssten es!
Anfahrt und Internet-Adresse:
https://www.ortobotanico.unipa.it